Gordon Safari (Libretto Konstantin Paul & Michael Hofer-Lenz)

Tag 47

Kammeroper Salzburg

Livestream YouTube

Premiere: 1. Mai 2020

Musikalische Leitung Gordon Safari

Ausstattung Michael Hofer-Lenz

Sarah Electra Lochhead

Laura Silvia Moroder

Vincent Gian Bhogal

Gregor Johannes Hubmer

Christof Jakob Mitterrutzner 


Concept

Die Digital Opera „Tag 47“ behandelt das Leben von 4 Protagonist*innen in der Zeit von Social Distancing durch das Coronavirus Covid-19. Rund um die Frage, wie eine Gesellschaft nach dem Lockdown aussieht, kreisen die Leben und Probleme der Personen. Wie gehen Paare mit der Distanz um? Welche Risiken birgt die Isolierung? Wie soll Nähe in Zukunft gelebt werden können?

 

Für dieses Thema wurde eigens das Genre der Digital Opera geschaffen, einer Oper, die nur digital gespielt werden kann und soll. Somit verfließen die Grenzen zwischen Theater, Musik, Film und Digitalität im 21. Jahrhundert. 

The digital opera "Tag 47" deals with the lives of 4 protagonists in the period of social distancing due to the coronavirus Covid-19. People's lives and problems revolve around the question of what a society looks like after the lockdown. How do couples deal with social distancing? What are the risks of isolation? How should we stay connected in the future?

 

The genre "digital opera" was created specifically for this topic - An opera that can and should only be played digitally. The boundaries between theater, music, film and digitality are blurring in the 21st century.


Reviews

„In Salzburg hatte mit besagtem „Tag 47“ der um Ideen nie verlegene versatile junge Regionalkantor der Evangelischen Kirche, Gordon Safari, ein besonderes Zeichen gesetzt. Nur rund zehn Tage brauchte er mit seinen Mitstreitern, dem Regisseur Konstantin Paul, dem Digitalfachmann Michael Hofer-Lenz und vier jungen, hochmotivierten Vokalsolisten, um eine gut zwanzigminütige Kammeroper zu entwickeln, zu komponieren und als genuines Online-Werk zu realisieren, die das Thema der Stunde zu einem bemerkenswert intensiven Kunststück verdichtet: Isolation. Der Ruf aus der Einsamkeit der im „Homeoffice“ Abgesonderten meidet alle Larmoyanz, macht in klaren Schnitten vielmehr deutlich, was Vereinsamung äußerlich, vor allem aber innerlich auslösen kann: von Depression bis zur Sehnsucht nach „Normalität“, von Angst, Gewalt, Verlassenheit, Verzweiflung bis zu Hoffnungsschimmern.“

(Karl Harb, Opernwelt)

 

„Wir sehen an diesem Abend verschieden kleine Einzelgeschichten, die von Webcams verbunden sind. […] Im Grunde ist es ein Psychothriller, es hat aber auch surreale Momente. […] Das ganze ist szenisch toll gelöst, weil es nämlich auch um das Verschwimmen und das Mäandern von Realitätsebenen geht.“

(Jörn Florian Fuchs, Deutschlandfunk Radio)

 

„ Die erste „Corona“-Oper,  jüngst entstanden innerhalb weniger Tage und online realisiert von der neu gegründeten Salzburger Kammeroper, ist ganz und gar nicht wehleidige Reaktion auf die Gegenwart. Also keine nabel-schauende Befindlichkeits-Kunst, sondern genau das Gegenteil.

Tag 47 von Gordon Safari in der Regie von Konstantin Paul und der digitalen Realisierung von Michael Hofer-Lenz ist das Musterbeispiel für einen künstlerischen Ansatz, der einen konkreten Anlass abstrahierend und zugleich bewegend umzusetzen weiß. Die Kurzoper, konzipiert ausschließlich für die online-Wiedergabe, macht Schicksale der inneren und äußeren Isolation exemplarisch greifbar. […]

Gesteigert wird der Effekt durch die  Überblendungen der quasi transparenten Klangebenen. Das Gleiche gilt für die übereinander gelegten Bilder und Video-Sequenzen der drei Handlungsebenen.

Wenn die psychisch kranke Frau sich in schattenhaften Bildern verdoppelt und vervielfacht selbst begegnet, ist das von verstörendem Suspense. Die junge Frau, die sich vor ihrem gewalttätigen Partner ins Zimmer gesperrt hat, ist dagegen in ihrer konkreten ausweglosen Lage gefangen.“

(Heidemarie Klabacher, DrehPunktKultur)